AGRO

Risikomanagement von Spurenstoffen und Krankheitserregern in ländlichen Karsteinzugsgebieten

Im Rahmen des Verbundprojektes AGRO wird ein Werkzeug zum prozessbasierten Risikomanagement von Spurenstoffen und Krankheitserregern für Karstgrundwasserleiter im Einzugsgebietsmaßstab erarbeitet. Als Untersuchungsgebiet wurde die Gallusquelle, eine Karstquelle auf der schwäbischen Alb, ausgewählt. Diese bietet ideale Voraussetzungen um die Projektziele zu erreichen: 
a) intensiv erforschtes Karstsystem mit langjährigen Basisdaten,
b) Einzugsgebiet enthält verschiedene Formen der Landnutzung,
c) direkte Nutzung der Quelle zur Trinkwasserversorgung.
Dies erlaubt allgemeine Aussagen für das Risikomanagement abzuleiten und ist eine Voraussetzung für die Übertragbarkeit  auf andere Grundwasserfließsysteme.

Gesamtziel des Forschungsvorhabens ist die Bereitstellung konkreter Maßnahmen zur Identifizierung und Minderung des Eintrags von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern in das Grundwasser im Einzugsgebietsmaßstab.

Arbeitsschwerpunkte:

  • Entwicklung und Etablierung von Methoden zum Microbial Source Tracking
  • Modifikation der bestehenden Probenvorbereitungen im Hinblick auf die Trübeassoziation von Spurenstoffen und die komplexe Probenmatrix „Gemisch aus Gülle und kommunalem Abwasser“
  • Entwicklung und Verifizierung eines für Landesbehörden und Wasserversorger anwendbaren Werkzeuges zur Vorhersage des Auftretens von Spurenstoffen und Krankheitserregern in dynamischen Grundwassersystemen
  • Entwicklung eines Modellwerkzeugs zur Vorhersage der Spurenstoffe und Krankheitserreger an der Gallusquelle bei unterschiedlichen Szenarien, um Handlungsoptionen für das Risikomanagement abzuleiten
  • Simulation der Verweilzeitverteilungen des Wassers im Modellstandort Gallusquelle mit einem prozessbasierten numerischen Modellansatz
  • Zeitlich hochaufgelöstes und gemeinsames Monitoring von hydrodynamischen Basisparametern, Spurenstoffen und mikrobieller Belastung an der Gallusquelle
  • Zeitlich und örtlich aufgelöste Zustandsbestimmung von Abwasser und Gülle zur Abschätzung der zeitlichen Variabilität eines möglichen Input-Szenarios
  • Überprüfung der Aussagefähigkeit gültiger Leitparameter (z. B. Trübe) zur Identifizierung der biologischen und chemischen Wassergüte sowie deren Eignung und Charakteristika im Hinblick auf ein Risikomanagement
  • Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Akzeptanz des Projektes sowie der Förderung der aktiven Unterstützung in der Bevölkerung zum Erreichen der Projektziele
  • Erstellung eines Leitfadens zum Risikomanagement in dynamischen Grundwassersystemen

 

Zurück zur Übersichtsseite

Ansprechpartner


  • Dr. Tobias Licha

    • Universität Göttingen
    • Telefonnummer: 0551 391 2861
    • Faxnummer: 0551 399 379
    • E-Mail-Adresse: tobias.licha(at)geo.uni-goettingen.de
 

© BMBF 06/19/2017 12:53 - Alle Rechte vorbehalten.