RiMaTH

Risikomanagement in der Trinkwasser-Hausinstallation - Schnellnachweismethoden für bakterielle Kontaminationen und Begleitung von Sanierungsvorhaben

Ziel des Forschungsprojektes ist es, durch intelligente Verknüpfung verschiedener Untersuchungstechniken sowohl eine schnelle Aussage über mögliche Gesundheitsgefährdungen treffen zu können als auch Fragen zur Vermehrungsfähigkeit von nachgewiesenen Pathogenen sicher beantworten zu können. Die Untersuchungsmethodik soll dabei eingebettet sein in ein Gesamtkonzept zur Beurteilung der hygienischen Situation und zum Umgang mit Risiken während einer Sanierung. Dazu ist eine durchdachte Probenahmestrategie ebenso wichtig wie Zusammenarbeit mit dem Betreiber des betroffenen Gebäudes und den zuständigen Gesundheitsbehörden. Die Ergebnisse aus Untersuchungen mit verschiedenen Methoden müssen richtig bewertet und in Beziehung zueinander gesetzt werden. Die so gewonnenen Ergebnisse müssen so kommuniziert werden, dass gleichzeitig Gesundheitsgefährdungen minimiert und Überreaktionen vermieden werden. Durch die bessere Beurteilung der Risiken werden Zeit- und Kostenvorteile insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen erwartet.

Für die Untersuchungen sollen mehrere Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen einbezogen werden. Der Schwerpunkt soll dabei auf Gebäude gelegt werden, bei denen Hygienemängel bereits bekannt sind, die Probleme bei Sanierung und Risikomanagement bisher aber nicht zufriedenstellend gelöst werden konnten.

Ein technisches Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Schnellnachweismethoden zur Detektion, Klassifizierung und Aktivitätsanalyse hygienisch relevanter Mikroorganismen. Dabei erfolgt eine Evaluierung und Implementierung von miniaturisierten (chipbasierten) und damit parallelisierbaren, molekularbiologischen Methoden zur Detektion in Ergänzung zu den Kultivierungsverfahren, sowie eine Proof-of-concept-Studie zum Einsatz der Raman-Spektroskopie. Dabei werden die Techniken für einen Nachweis von Legionellen etabliert und dann auf den Erreger Pseudomonas ausgeweitet als Beispiele für relevante Erreger. Eine Erweiterung auf einen größeren Satz von Erregern ist damit vorbereitet.

Mit den konzipierten Systemen soll sowohl eine Klassifizierung auf Gattungsebene als auch eine lebend/tot Diskriminierung der Schadkeime erreicht werden. Diese Informationen bilden eine fundierte Datenbasis für die Detektion von Schadkeimen, die nachfolgende Risikobewertung, die Auswahl von Dekontaminations- bzw. Sanierungsverfahren und deren Erfolgskontrolle.

 

Arbeitsschwerpunkte:

  • Etablierung von Bewertungsmaßstäben / Gefährdungsanalyse
  • Konzepterarbeitung für Beprobung von Trinkwassersystemen in Gebäuden zur Feststellung von möglichen Kontaminationen mit Legionellen
  • Entwicklung von Schnellnachweismethoden zur Detektion, Klassifizierung und Aktivitätsanalyse hygienisch relevanter Mikroorganismen.
    • Erarbeitung neue molekularbiologische Nachweisverfahren für die Untersuchung hygienisch relevanter Parametern in Wasserproben
      • PCR/Array-System: Realisierung Labormuster eines mobilen Systems zur Nukleinsäure-basierten Detektion und Klassifizierung aktiver Mikrorganismen als Kombination aus PCR und Microarray (elektr. DNA-Chip)
      • On-line Fluoreszenzdetektion: Realisierung Labormuster zur Real-time Multiplex-PCR, bei der verschiedene Ziel-DNA gleichzeitig amplifiziert wird und diese Amplifikation durch den Einsatz spektral verschiedener Fluoreszenzfarbstoffe direkt (real-time) für jede DNA verfolgt werden kann.
    • Proof-of-concept-Studie zum Einsatz der Raman-Spektroskopie und Aufstellung einer entsprechenden Raman-Datenbank
  • Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen: Risikomanagement und Schulung

 

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Ansprechpartner


  • Dr. Wolfgang Fritzsche

    • Institut für Photonische Technologien
    • Telefonnummer: 03641 206304
    • Faxnummer: 03641 206344
    • E-Mail-Adresse: fritzsche(at)ipht-jena.de
 

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