TransRisk

Charakterisierung, Kommunikation und Minimierung von Risiken durch neue Schadstoffe und Krankheitserreger im Wasserkreislauf

TransRisk widmete sich der Charakterisierung, Kommunikation und Minimierung von Risiken, die von anthropogenen Spurenstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf ausgehen.

Die Projektergebnisse sind in den folgenden Kernbotschaften zusammengefasst:

Botschaft 1: Die Einführung einer zusätzlichen physikalisch-chemischen Reinigungsstufe für kommunale Kläranlagen ist insbesondere dann sinnvoll und notwendig, wenn der Abwasseranteil im aufnehmenden Gewässer hoch ist und/oder wenn das Gewässer zur Trinkwassergewinnung herangezogen wird.
Die konventionelle biologische Abwasserreinigung ist zur weitgehenden Entfernung zahlreicher Mikroverunreinigungen nicht in der Lage. Da es unrealistisch ist, alle Spurenstoffe und deren Transformationsprodukte zu identifizieren, zu bewerten und an den Eintragsorten zu minimieren, sind zusätzliche Maßnahmen an Kläranlagen unerlässlich.

Botschaft 2: Eine nachgeschaltete Ozonungsstufe mit anschließender Aktivkohlefiltration ist eine vielversprechende Option, um Einträge von Mikroverunreinigungen und deren Transformationsprodukte zu minimieren, pathogene Mikroorganismen sowie antibiotikaresistente Keime zu reduzieren und ökotoxikologische Wirkungen zu verringern.
Die Behandlung des Kläranlagenablaufs mittels Ozon trägt wesentlich zur Eliminierung zahlreicher Mikroverunreinigungen bei, erzeugt aber ggf. auch neue, unbekannte Transformationsprodukte. Die Aktivkohlefiltration stellt eine gute Ergänzung zur Ozonung dar. Sie entfernt zahlreiche, insbesondere mittelpolare bis unpolare Mikroverunreinigungen und vermindert (toxische) biologische Wirkungen im Kläranlagenablauf. Die Ozonung wirkt zudem desinfizierend, d.h. Gesamtkeimanzahl nimmt deutlich ab. Sie verschiebt allerdings den Anteil nichtresistenter zu antibiotikaresistenter Keime zu Gunsten antibiotikaresistenter Keime. Die Aktivkohlefiltration verringert ebenfalls die Keimzahlen, jedoch in geringerem Ausmaß.

Botschaft 3: Die heutigen Bewertungskriterien der Reinigungsleistung kommunaler Kläranlagen sind um neue chemische, ökotoxikologische und mikrobiologische Parameter zu erweitern.
Zur Bewertung der Ablaufqualität von Kläranlagen sind zusätzliche Qualitätsmerkmale sinnvoll und: erforderlich. Die nachstehenden Kriterien sollten aufgenommen werden:
• die Eliminierung prozessrelevanter chemischer und mikrobiologischer Indikatorparameter
• die Eliminierung von Krankheitserregern
• die Vermeidung der Bildung von Transformationsprodukten bzw. deren Eliminierung,
• die Eliminierung bzw. Reduzierung ökotoxikologischer Wirkungen.

Botschaft 4: Durch zielgruppenspezifische Kommunikations- und Bildungsmaß-nahmen ist die notwendige Einführung von geeigneten Maßnahmen der Fachwelt, der Politik und der Bevölkerung vermittelbar.
Bei Kommunikationsmaßnahmen ist zwingend zwischen verschiedenen Zielgruppen innerhalb der Öffentlichkeit und des Fachpersonals zu differenzieren.
Im Rahmen der Allgemein- und Berufsbildung ist das Thema des urbanen Wasserkreislaufes gut geeignet, um für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Risiken einschließlich der Entwicklung von Problemlösestrategien zu befähigen.


Das RiSKWa-Praxishandbuch enthält weitere Informationen zu den Ergebnissen aus dem Projekt TransRisk.

Zurück zur Übersichtsseite

Ansprechpartner


  • Prof. Dr. Thomas Ternes

    • Bundesanstalt für Gewässerkunde
    • Telefonnummer: 0261 1306 5560
    • Faxnummer: 0261 1306 5363
 

© BMBF 12/05/2017 09:07 - Alle Rechte vorbehalten.